Manche Menschen haben das Gefühl, sich entscheiden zu müssen: entweder Ärztin oder Heilpraktikerin. Ich sehe das anders. Ich arbeite parallel zu meiner Praxis im Bereich der Inneren Medizin eines Krankenhauses. Beide Welten gehören für mich zusammen.

Was die Schulmedizin leistet
Die ärztliche Medizin verfügt über Diagnostik und Behandlungen, die ich als Heilpraktikerin nicht anbieten kann und darf, von der Bildgebung bis zu verschreibungspflichtigen Medikamenten. Bei neuen, starken oder unklaren Beschwerden ist die ärztliche Abklärung deshalb der erste Schritt. Das sage ich Ihnen offen, auch wenn Sie eigentlich wegen etwas anderem zu mir gekommen sind.
Was Naturheilkunde ergänzen kann
In der Naturheilkunde nehme ich mir viel Zeit. Die Erstanamnese dauert rund eineinhalb Stunden. Ich schaue auf Zusammenhänge zwischen Beschwerden, Lebensweise, Ernährung und seelischer Belastung. Die Verfahren, mit denen ich arbeite, wie Homöopathie, Schüßler-Salze oder die Fußreflexzonentherapie, gehören zur Erfahrungsheilkunde. Ich setze sie als Ergänzung ein und verspreche Ihnen nichts, was niemand versprechen kann.
Offen miteinander sprechen
Damit beides gut zusammengeht, ist Offenheit wichtig, in beide Richtungen:
- Erzählen Sie mir, welche Medikamente Sie nehmen und welche Diagnosen vorliegen.
- Bringen Sie vorhandene Befunde und Arztberichte mit.
- Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, dass Sie naturheilkundlich begleitet werden und welche Mittel Sie einnehmen.
- Setzen Sie ärztlich verordnete Medikamente nicht eigenmächtig ab.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei akuten, starken oder sich schnell verschlechternden Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Hausarztpraxis, an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder im Notfall an die 112. Meine Praxis ist eine Bestellpraxis und kein Ort für Notfälle.
Wie ich arbeite
Wenn ich im Gespräch den Eindruck habe, dass etwas ärztlich abgeklärt werden sollte, sage ich Ihnen das direkt. Manchmal beginnen wir erst mit der naturheilkundlichen Behandlung, wenn diese Abklärung erfolgt ist. Das ist keine Zurückweisung, sondern Sorgfalt.
Was Erfahrungsheilkunde bedeutet
Viele naturheilkundliche Verfahren beruhen auf Erfahrungen, die über lange Zeit gesammelt wurden. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich häufig nicht so belegt, wie es für schulmedizinische Therapien gefordert wird. Das sage ich Ihnen offen. Ich beschreibe, was wir tun und warum, und überlasse Ihnen die Entscheidung.
Mein Blick aus beiden Welten
Bevor ich Heilpraktikerin wurde, habe ich mehrere Jahre in einem Pharmaunternehmen gearbeitet. Meine Ausbildung umfasste Schulmedizin und Psychotherapie. Und bis heute arbeite ich parallel zu meiner Praxis im Bereich der Inneren Medizin eines Krankenhauses. Diese Erfahrungen prägen meinen Respekt vor der ärztlichen Medizin und mein Verständnis dafür, wo Naturheilkunde ihren Platz hat.
Naturheilmittel sind nicht automatisch harmlos
Auch pflanzliche und andere naturheilkundliche Mittel können mit Medikamenten zusammenwirken. Deshalb frage ich im ersten Gespräch genau nach, was Sie einnehmen. Und deshalb ist es gut, wenn auch Ihre Ärztin oder Ihr Arzt weiß, welche Mittel Sie von mir bekommen.
Gemeinsam entscheiden
Am Ende entscheiden Sie. Meine Aufgabe ist es, Sie gut zu informieren, Ihnen zuzuhören und Ihnen ehrlich zu sagen, was ich für sinnvoll halte, und was nicht.
Wenn Sie unsicher sind
Vielleicht haben Sie schon viele Arztbesuche hinter sich und fühlen sich mit Ihren Beschwerden nicht gesehen. Das kann sehr belastend sein. Trotzdem möchte ich Sie ermutigen, die ärztliche Begleitung nicht aufzugeben. In meiner Praxis haben Sie Zeit, Ihre Geschichte in Ruhe zu erzählen. Gemeinsam schauen wir, welche Fragen noch offen sind und wer sie am besten beantworten kann.

